Offener Brief an Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut: Wo steht Baden-Württemberg bei den EU-KI-Gigafabriken?

Offener Brief an Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut: Wo steht Baden-Württemberg bei den EU-KI-Gigafabriken?

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Die EU vergibt bis zu sieben KI-Gigafabriken, die Bewerbungsfrist endet in wenigen Wochen. Von der seit Mai 2026 amtierenden Landesregierung ist dazu keine öffentliche Aussage bekannt. Deutschland Compute 2035 stellt dem Wirtschaftsministerium drei Fragen.

Deutschland Compute 2035 hat heute einen offenen Brief an Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg, geschickt. Es geht um die Frage, ob und wie sich Baden-Württemberg um eine der europäischen KI-Gigafabriken bewirbt.

Worum es geht

Die EU will bis zu sieben KI-Gigafabriken aufbauen. Dafür stehen bis zu 10 Milliarden Euro öffentliche Mittel von EU und Mitgliedstaaten bereit, zusätzlich werden mehr als 20 Milliarden Euro private Investitionen erwartet. Die Ausschreibung läuft seit dem 30. Juli 2026, die Frist endet in wenigen Wochen. Die Auswahl soll Anfang 2027 fallen.

Die Position des Landes

Am 21. Oktober 2025 hat die Landesregierung ihre volle Unterstützung für eine Bewerbung unter Führung der Schwarz-Gruppe erklärt. Von der seit Mai 2026 amtierenden Landesregierung ist dazu keine öffentliche Aussage bekannt. Eine Anfrage von Deutschland Compute 2035 an das Ministerium vom 11. August 2026 ist noch offen.

Drei Hindernisse

1. Netzanschluss: Für Rechenzentren ab etwa 100 Megawatt ist nicht absehbar, wann ein Anschluss verfügbar ist. Der Engpass ist das Netz, nicht das Kapital.

2. Strom: Rechenzentren müssen sich über Jahrzehnte rechnen. Dafür brauchen Betreiber planbare Strompreise und langfristige Lieferverträge. Wie das Land das absichern will, ist offen.

3. Flächen: Es fehlen vorbereitete Standorte, an denen Netzanschluss, Glasfaser und Abwärmenutzung bereits zusammenkommen. Selbst ein Unternehmen aus Baden-Württemberg wie die Schwarz-Gruppe baut sein großes Rechenzentrum deshalb in Brandenburg.

Drei Fragen an die Landesregierung

1. Unterstützt die Landesregierung weiterhin eine Bewerbung aus Baden-Württemberg – und welche?

2. Welche Standorte im Land sind vorgesehen?

3. Beteiligt sich das Land an der Finanzierung?

Warum das wichtig ist

Rechenleistung für Künstliche Intelligenz entscheidet darüber, wo Wertschöpfung, Forschung und Arbeitsplätze in den nächsten Jahrzehnten entstehen. Baden-Württemberg hat die Industrie, die Forschung und die Unternehmen dafür. Hilfreich wäre eine klare öffentliche Linie des Landes. Deutschland Compute 2035 bietet an, daran mitzuarbeiten.

Dietmar Mayer

Initiator Deutschland Compute 2035